Die Automobilbranche befindet sich im größten Umbruch seit ihrem Bestehen. Elektrifizierung, Digitalisierung und automatisiertes Fahren verändern nicht nur die Technik, sondern auch die Anforderungen an das Werkstattpersonal. Mit der neuen Ausbildungsordnung „Fahrzeugtechnik 2025“ und dem darauf abgestimmten Aufbau der höheren Berufsbildung (HBB) reagiert die Bundesinnung Fahrzeugtechnik auf diese Herausforderungen – mit dem Ziel, die Ausbildung an die Realität moderner Werkstätten anzupassen und mit klaren Fortbildungsmöglichkeiten die Berufe noch attraktiver zu machen.

Vom Lehrberuf zur Fahrzeugtechnik

Werbung
Test Advertorial
Hier steht ein Text zu einem Advertorial mit Button, mit Werbekennzeichnung, Hintergrund Grau, Schriftfarbe Dunkelgrau, Button Blau, Buttontext Weiß
mehr erfahren
Andreas Klaus Westermeyer ist Stv. Geschäftsführer der Bundesinnung der Fahrzeugtechnik

Andreas Klaus Westermeyer ist Stv. Geschäftsführer der Bundesinnung der Fahrzeugtechnik

Ausgangspunkt der Reform ist die Neugestaltung des bisherigen Lehrberufs Kraftfahrzeugtechnik. Die neue Ausbildungsordnung fasst die bisherigen Berufe der Kfz- und Karosseriebautechnik in einem modernisierten Schwerpunktlehrberuf Fahrzeugtechnik zusammen.
Die Ausbildung dauert vier Jahre und bietet vier Schwerpunkte: Personenkraftwagentechnik, Nutzfahrzeugtechnik, Motorradtechnik und Karosserietechnik.
Im Zentrum steht ein deutlich erweitertes Kompetenzprofil: Neben klassischer Mechanik und Elektronik umfasst der neue Lehrplan Themen wie alternative Antriebe, Hochvolttechnik (HV0–HV2), Fahrassistenzsysteme, digitale Diagnostik und Nachhaltigkeit. Die Lehrlinge lernen nicht nur, Fahrzeuge zu reparieren, sondern sie als vernetzte technische Systeme zu verstehen.
Ziel ist es, künftige Fachkräfte auf ein Umfeld vorzubereiten, in dem Elektromobilität, Software und Sicherheitssysteme zentrale Rollen spielen. „Eine Fachkraft im Bereich Fahrzeugtechnik ohne Kenntnisse in Hochvolt- und Diagnosetechnik ist künftig nur mehr eingeschränkt einsetzbar“, so Andreas Westermeyer von der Bundesinnung Fahrzeugtechnik der Wirtschaftskammer Österreich.

Bundesinnungsmeister Roman Keglovits-Ackerer

Bundesinnungsmeister Roman Keglovits-Ackerer: Ausbildungs-Offensive der Bundesinnung Fahrzeugtechnik. ©Josef Bollwein | www.flashface.com

„Die Fahrzeugtechnologien entwickeln sich rasant weiter – von E-Mobilität über digitale Diagnostik bis hin zum autonomen Fahren“, betont Bundesinnungsmeister Roman Keglovits-Ackerer. „Wir müssen sicherstellen, dass unsere Fachkräfte diese Zukunft aktiv mitgestalten können.“ Die inhaltliche Entwicklung der neuen Ausbildungsordnung ist abgeschlossen und wurde von der Bundesinnung in die sozialpartnerschaftliche und politische Abstimmung geschickt. „Wenn alles gut geht – und danach schaut es derzeit aus – tritt die neue Ausbildungsverordnung mit September 2026 in Kraft.“, so Keglovits-Ackerer.

Die HBB-Strategie

Die neue Lehrlingsausbildung ist zugleich das Fundament einer umfassenden Aus- und Weiterbildungsstrategie der Bundesinnung Fahrzeugtechnik.
Ziel ist es, einen durchgängigen Bildungsweg von der Einstiegsebene bis zur höheren Berufsqualifikation zu schaffen, abgestimmt auf den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR).
Dieses Modell sieht folgende Stufen vor:

  • NQR IV: Berufsausbildung (z. B. Fahrzeugtechnik-Lehre)
  • NQR V: Höhere Berufsbildung (z. B. Hochvolttechniker oder Dellentechniker)
  • NQR VI: Meisterprüfung in Fahrzeug- oder Karosserietechnik

Der Hochvolttechniker (HV-3)

Eines der ersten konkreten Ergebnisse dieser höheren Berufsbildung ist die neue Qualifikation „Hochvolttechnik HV-3“, die in einer eigenen Prüfungsverordnung geregelt ist. Sie richtet sich an Fachkräfte mit abgeschlossener HV-2-Ausbildung und mindestens zweijähriger Berufspraxis. Die Absolventinnen und Absolventen sollen eigenverantwortlich an unter Spannung stehenden Hochvoltsystemen von Elektro- und Hybridfahrzeugen arbeiten dürfen – auch unter sicherheitskritischen Bedingungen.
Der Abschluss entspricht dem NQR-Niveau 5. Neben der technischen Qualifikation steht der Arbeitsschutz im Vordergrund: Die HV-3-Techniker sollen Risiken erkennen, Gefahren abwehren und im Notfall Erste-Hilfe- sowie Brandschutzmaßnahmen durchführen können. Die Ausbildungsordnung „Fahrzeugtechnik 2025“ reagiert auf den technologischen Wandel der Branche und steht für einen klar strukturierten Bildungsweg für die Fahrzeugtechnik. Mit neuem Lehrberuf, erweiterten Kompetenzen und höherer Berufsbildung entstehen zukunftsfähige Qualifikationen. So wird die Branche auf Elektromobilität, Digitalisierung und neue Sicherheitsanforderungen vorbereitet.